Landless – Artist talk with Camila Freitas (Brasil)

Veröffentlicht

am Dienstag, 29. Oktober 2019 um 19 Uhr
im Depot
Breite Gasse 3, 1070 Wien

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Landless ist ein Dokumentarfilm der Filmemacherin Camila Freitas, für den sie vier Jahre lang eine Besetzung der Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) im brasilianischen Bundesstaat Goiás begleitete. Es ist ein Film über den Widerstand in einer von Konflikten geprägten Landschaft, in der die MST eine zentrale Rolle spielt: Sie organisiert Menschen, betroffen von städtischer Armut, prekären Arbeitsverhältnissen und Vertreibung im ländlichen Raum, in ihrem fortwährenden Kampf um Zugang zu Land und ein Leben in Selbsterhaltung.

600 landlose Familien kämpfen seit dem Jahr 2015 um die Ländereien einer verschuldeten, am Rande des Bankrott stehenden Zuckerrohrfabrik. Sie wollen Druck auf die Regierung ausüben, die die Landreform umsetzen und das besetzte Land umverteilen soll. Camila Freitas’ Landless gewährt Einblicke in den Alltag der Gruppe, der sich zwischen Bearbeitung der landwirtschaftlichen Flächen, politischem Aktivismus und Gesprächen darüber aufteilt, wie eine besser Zukunft ausschauen könnte. Der Film taucht in die Mikrostrukturen lokaler politscher Initiativen ein und dokumentiert das Leben von Aktivist*innen im Widerstand.

In einer von Agrarindustrie gezeichneten Landschaft wird die Besetzung der Landlosenbewegung zu einem geschützten Raum für agroökologischer Wachstum und tiefgehende politische Reflexion ebenso wie für die alltägliche Reproduktion der Ausdauer, die Wetterwechsel und politische Veränderungen gleichermaßen erfordern – wie etwa der Schachzug des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, die Landlosen zu Staatsfeind*innen zu erklären und Landbesitzende dazu aufzurufen, ihren Besitz mit Waffengewalt zu verteidigen.

Im Gespräch mit Katalin Erdődi, Aktivistin der Sezonieri-Kampagne, erzählt Camila Freitas anhand von Filmausschnitten von ihrer Zusammenarbeit mit der MST und ihrer künstlerischen Herangehensweise bei der Dokumentation von Brasiliens größter sozialer Bewegung.

Camila Freitas, Filmemacherin, Rio de Janeiro, BR

Katalin Erdődi, freie Kuratorin, Aktivistin der Sezonieri-Kampagne, Wien

Die Österreich-Premiere von Landless findet am 30. Oktober (18.00, Stadtkino) im Rahmen der Viennale statt.

In Kooperation mit Sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelfer_innen in Österreich und UNDOK – Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender.

Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der bildenden Künste Wien.

★ EN ★

Tuesday, 29 October 2019, 19.00
Depot (Breite Gasse 3) 1070 Wien

Landless – Artist talk with Camila Freitas

Landless is a documentary by filmmaker Camila Freitas, who spent four years following an occupation of the Landless Workers’ Movement MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) in the Brazilian state of Goiás. It is a film about resistance in a landscape in dispute, in which the MST plays a pivotal role, organising people impacted by urban poverty, precarious working conditions and rural displacement in an on-going struggle for the access to land and a self-sustainable life.

 

On an estate belonging to an indebted sugarcane processing plant in bankruptcy process, 600 landless families fight since 2015 to press the government into making land reform and redistribute the occupied land. Camila Freitas’ Landless provides insights into the group’s everyday routine, divided between tilling the land, political activism and talk of what a better future might look like. The film delves into the microstructures of local political action and documents militant lives in resistance.

 

In an agribusiness-framed landscape, the encampment of the Landless Workers Movement becomes a refuge for agroecological growth, deep political reflection, and daily resilience against all weather conditions and political changes – such as the Brazilian president Jair Bolsonaro’s recent move to declare the landless as enemies of the nation, calling on landowners to take up arms to defend their property.

 

In dialogue with Katalin Erdődi, Camila Freitas will talk about the collaboration with MST and her artistic approach to documenting Brazil’s largest social movement, also sharing excerpts of her film.

 

Camila Freitas, filmmaker, Rio de Janeiro, BR

Katalin Erdődi, independent curator, activist of the Sezonieri campaign, Vienna

The Austrian premiere of Landless will take place on 30 October (6pm, Stadtkino) at the Viennale.

In cooperation with Sezonieri – Campaign for the rights of agricultural workers in Austria and UNDOK – Drop-in Center for Undocumented Workers.

With the kind support of the Academy of Fine Arts.

Neue Wege ins Feld

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Diskussion zur Kampagnen-Arbeit deutscher und österreichischer Gewerkschaften im Bereich migrantischer Erntearbeit

Mit Katharina Varelmann (PECO-Institut für nachhaltige Entwicklung e.V., Berlin), Sarah Kuschel (Fachreferentin für Forst und Agrar der IG BAU, Westfalen) und Aktivist*innen der sezonieri-Kampagne

Wann: Mi, 28. August 2019, 18 Uhr

Wo: Stand 129 (Viktor-Adler-Markt 129, 1100 Wien)

Mit der sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer*innen in Österreich betritt die österreichische Gewerkschaftsbewegung seit einigen Jahren Neuland. Initiiert 2014 von der Produktionsgewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Akteur*innen bemüht sich die Kampagne so um eine Erweiterung des gewerkschaftlichen Strategie- und Handlungsrepertoires. Im Rahmen sogenannter “Feldaktionen” etwa wird eine Form der aufsuchenden Arbeit praktiziert, um die überwiegend migrantischen Erntearbeiter*innen vor Ort über ihre Rechte zu informieren und sie bei der Durchsetzung dieser Rechte zu unterstützen. Mehrmals im Monat fahren Aktivist*innen dabei auf die Felder und Äcker des Tiroler Inntals, des Eferdinger Beckens, des Marchfelds oder des burgenländischen Seewinkels, um Infofolder zu verteilen und mit den Arbeiter*innen ins Gespräch zu kommen.

Auch in Deutschland hat die zuständige Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zusammen mit dem PECO-Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. sowie anderen Akteur*innen in den vergangenen Jahren vergleichbare Ansätze entwickelt. Seit dem Jahr 2018 wird zudem versucht, die regionalen Initiativen stärker bundesweit zu vernetzen und zur Spargel- und Erdbeersaison gemeinsame Aktionen durchzuführen. Darüber soll mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Zustände in der Landwirtschaft generiert werden. Vor allem jedoch geht es darum, Informationen gezielter zu den Erntearbeiter*innen zu bringen, um die Durchsetzung bestehender Rechte zu garantieren und damit verbundene gewerkschaftliche Organisierungsprozesse zu befördern.

Doch wie funktioniert das Format “Feldaktion” in Deutschland und wie die Zusammenarbeit zwischen den involvierten Akteur*innen? Inwiefern gelingt es, Erntearbeiter*innen zu erreichen und nachhaltige Vertrauensbeziehungen zu ihnen aufzubauen? Welche Erfolge etwa im Sinne von Arbeitskämpfen – auf betrieblicher Ebene oder vor dem Arbeits- und Sozialgericht – konnten erzielt werden? Und wo liegen die zentralen Hürden und Herausforderungen im Rahmen der Kampagne? Über diese und ähnliche Fragen wollen wir uns an diesem Abend mit Katharina Varelmann vom PECO-Institut und Sarah Kuschel von der IG BAU sowie mit Aktivist*innen der sezonieri-Kampagne austauschen.

Anschließend Plauderei, Snacks und Drinks mit migrating kitchen.

Eine Veranstaltung des UNDOK-Verbands zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender (www.undok.at) und der sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelfer*innen in Österreich (www.sezonieri.at).

Feldaktion in Tirol

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Am Samstag 13. Juli 2019 waren wir unterwegs auf landwirtschaftlich genutzten Feldern in Tirol mehrsprachiges Informationsmaterial verteilen.
Unterbezahlung, zu hohe Abzüge für Unterkunft und Nicht-Abgeltung von Sonderzahlungen-und zuschlägen, das sind häufige Missstände, wovon uns Erntearbeiter_innen aus der Ukraine, aus Rumänien, Polen und Bulgarien berichtet haben.
Wir kommen wieder.

Sezonieri-Workshop: „Wie fair ist dein Apfel?“ in Graz

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Im Rahmen der Ausstellung Make fruit fair im Grazer Botanischen Garten gestaltet Sónia Melo von der Sezonieri – Kampagne einen Workshop zu den Lebens-und Arbeitsbedingungen der Erntehelfer_innen in Österreich.

Wenn ich einen Apfel oder Wein aus Österreich kaufe, dann heißt das noch lange nicht, dass dieser unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurde. Der Workshop
zeigt gravierende Missstände, sowie Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten auf.

Mehr Infos hier.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Wann: 20.6.2019 | 18:00-20:00 Uhr
Wo: Botanischer Garten Graz, Schubertstraße 59
Veranstalter: Südwind Steiermark, Uni Graz

Saison ab! Feldaktion in Wien

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Am 22. Mai waren wir mit Foldern und Arbeitszeitkalendern in Simmering, Wien, unterwegs, um Kolleg*innen bei der Erntearbeit über ihre Rechte zu informieren. Wie läuft’s? Passt der Lohn? Daraufhin ein Erntearbeiter kopfschüttelnd lachend mit Blick auf die Tagespolitik: “Illegales überall, bei Strache, Ministern, in der Regierung…” Von Stundenlöhnen unter 5 Euro, 12-Stunden-Arbeitstagen sowie falschen oder oder gar gänzlich fehlenden Anmeldungen mussten wir wieder einmal hören.
Wir kommen wieder!

Um Erntearbeiter*innen über ihre Rechte aufzuklären und unsere rechtliche Unterstützung anzubieten, fahren wir regelmäßig auf landwirtschaftlich genutzten Felder in ganz Österreich. Um Hinweise, wo gerade Erntehelfer*innen arbeiten und/oder über Betriebe, wo der Verdacht auf ausbeuterische Verhältnisse besteht, freuen wir uns.
Ebenso über helfende Hände bei Verteilaktionen!
Kontaktiere uns unter sezonieri@gmx.at

 

INFOABEND zum Mitmachen

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Wann: Montag, 25.3.2019 ab 18:30 Uhr
Wo: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Raum 4)

Spargel stechen, Erdbeeren pflücken, Trauben lesen: Bezahlung weit unter Kollektivvertrag, unfassbar lange Arbeitszeiten, inadäquate Unterkünfte stehen auf der Tagesordnung. Und ob es in der Folgesaison den Job wieder gibt, ist ungewiss. Doch (temporäre) Migrant*innen aus Süd- und Osteuropa, mit und ohne EU-Pass, sind vielfach auf diese Jobs angewiesen. Was tun?

Arbeitskämpfe unterstützen, Wissen über Arbeitsrechte verbreiten: Aktiv werden bei der Sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer*innen! Du willst bei Feldaktionen mitmachen, gewerkschaftliche Arbeit kennenlernen? Dann sei dabei! Wir gehen auf Felder, verteilen Folder in verschiedenen Sprachen … und stolpern auch mal über unsere Sprachendefizite. Was wir dabei lernen und 2019 planen, erzählen wir beim Infoabend. Wie und wann du gleich mal mitmachen kannst, weißt du anschließend auch.

Infoabend:
+ Feldaktionen – Ablauf, Do’s & Don’ts und Mitmachmöglichkeiten
+ Basics zu den Rechten von Erntearbeiter*innen
+ die üblichen Rechteverletzungen und Arbeitsbedingungen
+ was die Produktionsgewerkschaft tut und tun kann, was Aktivist*innen in der Sezonieri-Kampagne machen (können)

Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung

Videoclips: Wie fair ist dein Krauthappel?

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Bäuerin, Arbeiter und Gewerkschafterin sind sich einig: Erntehelfer_innen haben Rechte!

„Die Gewerkschaft hat dem Chef einen Brief geschrieben, mit freundlichen Grüßen, und ihn aufgefordert zu zahlen.“ Augenzwinkernd erzählt Andrei Oancea in einem Videoclip der Sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in Österreich, wie er zu seinem Recht gekommen ist. Oancea war Erntehelfer in einem großen Gemüsebaubetrieb im Tiroler Inntal. Nach vier Jahren Ausbeutung à 3,80 Euro die Stunde wandte er sich an die Produktionsgewerkschaft PRO-GE – mit Erfolg. Der Betrieb musste mehr als 12.000 Euro nachzahlen.


Neue Videos: Keine Diskussion über Arbeitsrecht in der Erntehilfe

In unseren neuen Kampagnenvideos erheben auch eine Gewerkschafterin, eine Bäuerin, eine Aktivistin und ein NGO-Mitarbeiter ihre Stimmen für ein starkes Arbeitsrecht von Erntehelfer_innen. Die Bäuerin Christine Pichler-Brix weiß zwar, dass der Preisdruck der Supermärkte der Landwirtschaft wenig Spielraum lässt, aber: „Es gibt keine Diskussion, die Landarbeiter_innen müssen den Kollektivertragslohn bekommen.“ Lilla Hajdu von der PRO-GE: „Wir haben als Gewerkschaft lange für Mindeststandards in den Kollektivverträgen gekämpft. Diese Rechte lassen wir uns nicht nehmen!“

Weitere Verschlechterungen geplant

Erntehelfer_innen werden in Österreich weiterhin systematisch ausgebeutet. Löhne werden vorenthalten, die Arbeitsbedingungen sind hart und gefährlich. Im Sommer machte sogar der – noch immer ungeklärte – Tod eines Erntehelfers in Tirol Schlagzeilen. Der Gewerkschaft PRO-GE gelingt es regelmäßig, vor Gericht markante Lohnnachzahlungen durchzusetzen. Mit den aktuellen Änderungen im Landarbeitsgesetz sind jedoch auch gesetzliche Verschlechterungen für die Landarbeiter_innen geplant.

Landwirtschaft im Kino: Hunger Macht Profite

Die fünf Videoclips sind auf auf dieser Website unter dem Menüpunkt “Publikationen & Videos” zu sehen. Ab 15. November laufen sie bei der Filmreihe „Hunger Macht Profite“ österreichweit im Kino. Bei den Screeningterminen von „Rotes Gold“ – einem Film über die weltweite Tomatenproduktion – gibt es Gelegenheit, mit Mitarbeiter_innen der Sezonieri-Kampagne zu diskutieren.

Termine „Rotes Gold“, Film & Diskussion:
16. 11., 19:00 – Top Kino Wien
21. 11., 19:30 – Kino Kirchdorf, Oberösterreich
29. 11., 17:50 – Leokino Innsbruck

Wir haben eure Agrarpolitik satt!

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Hinter dicken Schlossmauern treffen sich am 25. September die AgrarministerInnen der EU-Mitgliedsstaaten, um die Weichen für die Landwirtschaft und Ernährung der Zukunft stellen. Statt einer grundlegenden Kurskorrektur wird ein „Weiter-wie-bisher“ aufgetischt. Diese Politik hat uns Höfesterben und Agrarfabriken eingebrockt und verschärft die Klimakrise. Als Konsument*innen, Bauern und Bäuerinnen und Arbeiter*innen müssen wir das jetzt auslöffeln? Wir haben es satt! Deshalb schlagen wir Alarm!

Wann: Dienstag, 25. September um 8:00 Uhr 
Wo: Schloßhof 1, 2294 Schloßhof (Karte: Open Source Map für die Aktion)

Neue Informationsvideos in 5 Sprachen

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Unsere neue Informationsvideos in fünf Sprachen sind online!
„Willkommen in Österreich! Dieses Video informiert Dich darüber, was Du als ErntehelferIn über richtige Entlohnung wissen solltest.“
Wir informieren in zwei Animationsvideos über Sozial- und Arbeitsrecht:
★ Wie viel Lohn steht mir zu?
★Was mache ich, wenn ich schwanger bin?
★ Darf ich für Schutzkleidung zur Kassa gebeten werden?
In ansprechenden Bildern werden die kollektivvertraglichen Mindeststandards erklärt. Und: Die Arbeiter_innen sollen darin bestärkt werden, sich gegen Rechtsverletzungen zu wehren – unterstützt von der zuständigen PRO-GE.

Die Videos sind zielgruppengerecht auf Ungarisch, Rumänisch, Deutsch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Englisch hier in unserem Vimeo-Kanal abrufbar.