Corona-Krise: Unsere Forderungen

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Das mediale Interesse an den fehlenden Arbeitskräften in der Erntearbeit in Österreich und anderen Ländern aufgrund von Grenzschließungen ist riesig. In Österreich werden 5.000 Erntearbeiter_innen gebraucht. Die Schnelligkeit, mit der Plattformen zur Arbeitsvermittlung in die Landwirtschaft organisiert wurden und der Ruf nach eingeflogenen Arbeitskräften, verdeutlichen die Dringlichkeit der Arbeit auf den Feldern. Ebenso wird deutlich, welches Missverhältnis zwischen der gesellschaftlichen Wichtigkeit dieser Arbeit und der leider weit verbreiteten Praxis der Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte in der Branche besteht!

Als Antwort auf all die Aufrufe nach Solidarität mit Betrieben und dem “Land”, fordern wir in aller erster Linie 100%ige Solidarität mit den Arbeiter*innen auf den Feldern!

  • Niemand darf in dieser Situation zur Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen werden (z.B. Asylwerber*innen und -berechtigte, Arbeitslose, Student*innen.)

  • Kollektivverträge als absolute Untergrenze von Löhnen und Arbeitsbedingungen sind einzuhalten – Arbeitsrecht darf nicht aufgeweicht werden!

  • Die Arbeit in der Landwirtschaft ist schon unter normalen Umständen sehr herausfordernd und anstrengend. Arbeitszeiten dürfen nicht ausgeweitet werden, Ruhezeiten nicht verringert werden.

  • Die oftmals patriotisch konnotierten Aufrufe zum “Helfen” dürfen nicht dafür missbraucht werden, dass Menschen ausgebeutet werden.

  • Lohnerhöhungen! Der ÖGB fordert bereits seit mehreren Jahren einen Bruttolohn von 1.700 Euro (ca. 1350 Euro netto) für JEDE Vollzeitbeschäftigung. Im Juni 2017 kam es immerhin zu einer Sozialpartnereinigung, dass in ALLEN Branchen ein Mindestlohn von 1.500 Euro bis 2020 durchgesetzt werden soll. In der Erntearbeit haben nach den heurigen Kollektivvertragsverhandlungen weiterhin 7 von 9 Bundesländern einen Bruttolohn UNTER den geforderten 1.500 Euro. Jeder Lohn für eine Vollzeitbeschäftigung muss über der aktuellen Armutsgefährdungsschwelle von netto 1.259 Euro liegen (ca. 1.550 Euro Brutto).

  • Entschädigung des aktuellen gesundheitlichen Risikos, das Arbeiter_innen auf sich nehmen, um die Lebensmittelversorgung sicher zu stellen!

  • Erntehelfer*innen müssen bei der Arbeit möglichst guten gesundheitlichen Schutz bekommen. Die Arbeitgeber*innen müssen dafür Sorge tragen, dass die Sicherheitsbestimmungen und erforderlichen Hygienestandards eingehalten werden können.

  • Stammarbeitskräfte, die weiterhin zur Arbeit kommen können und wollen, müssen weiter beschäftigt werden. Grenzpendeln aus einigen Nachbarländern (Ungarn, Slowenien, Tschechien und teilweise Slowakei) ist nach wie vor möglich.

  • Arbeitskräftevermittlungsplattformen müssen mehrsprachige Informationen zu geltenden Kollektivverträgen in der Landwirtschaft bereit stellen oder auf diese verweisen. Viele Menschen, die jetzt in anderen Branchen gekündigt wurden und ihre Arbeitskraft für die Landwirtschaft zur Verfügung stellen werden, haben ̶ genau wie die bisherigen Erntearbeiter*innen ̶ eine andere Sprache als Deutsch als Erstsprache.

  • Statt den Patriotismus zu bedienen, ist es zentral aufzuzeigen, dass diese harte Arbeit zu allen anderen Zeiten von migrantischen Arbeiter_innen unter teilweise skandallösen Bedingungen erbracht wird.

Breitere politische Forderungen

In der Krise werden lebenswichtige Bedürfnisse wie Ernährung und Gesundheit ebenso als kritische Infrastruktur sichtbar wie die Wasser- und Stromversorgung. Neoliberale Politik hat demokratische Teilhabe und öffentliche Verantwortungin diesen Bereichen systematisch abgebaut. Wir fordern eine politische Kursänderung: Kein Bereich der kritischen Infrastruktur darf Ware oder ein Privileg sein! Ihre Gewährleistung und gerechte Verteilung sind Gemeinwohl und sollen durch demokratisch legitimierte und kontrollierte Institutionen organisiert werden. Wir fordern, dass unsere Lebensmittelproduktion und auch die Arbeitsverhältnisse darin nicht weiter Ungleichheit fördernden Marktkräften und profitorientieren Privatkonzernen überlassen wird.

Zu einer gerechteren, nicht ausbeuterischen, nachhaltigen Lebensmittelproduktion trägt auch die Förderung kleinbäuerlicher statt agrarindustrieller Strukturen bei. Wir fordern eine demokratische Lebensmittelpolitik: sozial gerecht, am Gemeinwohl orientiert, basierend auf ökologischen Anbaumethoden und diejenigen fördernd, die in diesem Sinne wirtschaften und leben. Wir fordern ernährungspolitische Rahmenbedingungen, die Feldarbeiter*innen und Bäuer*innen nicht gegeneinander ausspielen.

Durch die Corona-Krise wird deutlich, welche wichtige und harte Arbeit von migrantische Arbeitskräften in unterschiedlichen Bereichen (Landarbeit, Pflege, fleischverarbeitende Betriebe, uvam.) geleistet wird. Umso wichtiger sind Initiativen wie die sezonieri-Kampagne, in der unabhängige Aktivist_innen, NGOs und die Produktionsgewerkschaft (ProGe) zusammen arbeiten. Es werden Brücken geschlagen zwischen migrantischen Arbeiter_innen in der Landwirtschaft, der Zivilgesellschaft und den Gewerkschaften um die Rechte von migrantischen Erntearbeiter_innen ins öffentliche Bewusstsein, aber auch verstärkt ins Bewusstsein gewerkschaftlicher Institutionen zu holen.

 Aktivist_innen der Sezonieri-Kampagne

Die Forderungen als pdf

INFOABEND zum Mitmachen bei der Sezonieri-Kampagne

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DER INFOABEND WIRD ZU EINEM SPÄTEREN ZEITPUNKT STATTFINDEN. WIR MELDEN UNS.

Wann: Freitag, 20.3.2019, 18h-ca. 20h
Wo: Amerlinghaus Raum 4, Stiftgasse 8, 1070 Wien

Saisonal beschäftigt oder sogar nur für ein paar Wochen, Spargel stechen, Erdbeeren pflücken, Trauben lesen, Gemüse ernten – (temporäre) Migrant_innen aus Süd- und Osteuropa, mit und ohne EU-Pass, sind vielfach auf diese Jobs angewiesen. Bezahlung weit unter Kollektivvertrag steht genauso an der Tagsordnung wie unfassbar lange Arbeitszeiten und inadäquate Unterkünfte.

Du willst bei Feldaktionen mitmachen oder gewerkschaftliche Arbeit kennenlernen? Dann sei dabei! Wir unterstützen Arbeitskämpfe und verbreiten Wissen über Arbeitsrechte, gehen auf Felder, verteilen Folder in verschiedenen Sprachen … und stolpern auch mal über unsere Sprachendefizite. Wer wir sind, was wir lernen und 2020 planen, erzählen wir beim Infoabend. Wie und wann du reinschnuppern und mitmachen kannst, weißt du anschließend auch.

Vortrag in Klagenfurt

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Regional und bio. Aber fair?
Über die Arbeit der Erntehelfer_innen in Österreich

Unter welchen Bedingungen leben und arbeiten Erntehelfer_innen in Österreich? Wer sind diese Menschen, die unser Gemüse und Obst ernten? Es sind fast ausschließlich Migrant_innen, die auf den österreichischen Feldern für magere Löhne schuften. Die Sezonieri-Kampagne, ein Bündnis aus Gewerkschaft, NGOs und unabhängigen Aktivist_innen, setzt sich zum Ziel, Erntearbeiter_innen über ihre Rechte aufzuklären und in ihren Arbeitskämpfen zu unterstützen.

Sónia Melo, Mitgründerin und Aktivistin der Sezonieri-Kampagne in Tirol, zeigt in diesem Vortrag gravierende Missstände, sowie Lösungs-und Handlungsmöglichkeiten auf.

Wann: 09.01.2020
Beginn: 17 Uhr
Wo: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt,
Raum Z 1.09

Facebook-Veranstaltung 

Eine Veranstaltung des Referats für Gesellschaftspolitik – ÖH Klagenfurt/Celovec

Landless – Artist talk with Camila Freitas (Brasil)

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am Dienstag, 29. Oktober 2019 um 19 Uhr
im Depot
Breite Gasse 3, 1070 Wien

Facebook -Veranstaltung

Veranstaltung in englischer Sprache★ Event in English ★

★ please scroll down for english ★

Landless ist ein Dokumentarfilm der Filmemacherin Camila Freitas, für den sie vier Jahre lang eine Besetzung der Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) im brasilianischen Bundesstaat Goiás begleitete. Es ist ein Film über den Widerstand in einer von Konflikten geprägten Landschaft, in der die MST eine zentrale Rolle spielt: Sie organisiert Menschen, betroffen von städtischer Armut, prekären Arbeitsverhältnissen und Vertreibung im ländlichen Raum, in ihrem fortwährenden Kampf um Zugang zu Land und ein Leben in Selbsterhaltung.

600 landlose Familien kämpfen seit dem Jahr 2015 um die Ländereien einer verschuldeten, am Rande des Bankrott stehenden Zuckerrohrfabrik. Sie wollen Druck auf die Regierung ausüben, die die Landreform umsetzen und das besetzte Land umverteilen soll. Camila Freitas’ Landless gewährt Einblicke in den Alltag der Gruppe, der sich zwischen Bearbeitung der landwirtschaftlichen Flächen, politischem Aktivismus und Gesprächen darüber aufteilt, wie eine besser Zukunft ausschauen könnte. Der Film taucht in die Mikrostrukturen lokaler politscher Initiativen ein und dokumentiert das Leben von Aktivist*innen im Widerstand.

In einer von Agrarindustrie gezeichneten Landschaft wird die Besetzung der Landlosenbewegung zu einem geschützten Raum für agroökologischer Wachstum und tiefgehende politische Reflexion ebenso wie für die alltägliche Reproduktion der Ausdauer, die Wetterwechsel und politische Veränderungen gleichermaßen erfordern – wie etwa der Schachzug des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, die Landlosen zu Staatsfeind*innen zu erklären und Landbesitzende dazu aufzurufen, ihren Besitz mit Waffengewalt zu verteidigen.

Im Gespräch mit Katalin Erdődi, Aktivistin der Sezonieri-Kampagne, erzählt Camila Freitas anhand von Filmausschnitten von ihrer Zusammenarbeit mit der MST und ihrer künstlerischen Herangehensweise bei der Dokumentation von Brasiliens größter sozialer Bewegung.

Camila Freitas, Filmemacherin, Rio de Janeiro, BR

Katalin Erdődi, freie Kuratorin, Aktivistin der Sezonieri-Kampagne, Wien

Die Österreich-Premiere von Landless findet am 30. Oktober (18.00, Stadtkino) im Rahmen der Viennale statt.

In Kooperation mit Sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelfer_innen in Österreich und UNDOK – Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender.

Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der bildenden Künste Wien.

★ EN ★

Tuesday, 29 October 2019, 19.00
Depot (Breite Gasse 3) 1070 Wien

Landless – Artist talk with Camila Freitas

Landless is a documentary by filmmaker Camila Freitas, who spent four years following an occupation of the Landless Workers’ Movement MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) in the Brazilian state of Goiás. It is a film about resistance in a landscape in dispute, in which the MST plays a pivotal role, organising people impacted by urban poverty, precarious working conditions and rural displacement in an on-going struggle for the access to land and a self-sustainable life.

 

On an estate belonging to an indebted sugarcane processing plant in bankruptcy process, 600 landless families fight since 2015 to press the government into making land reform and redistribute the occupied land. Camila Freitas’ Landless provides insights into the group’s everyday routine, divided between tilling the land, political activism and talk of what a better future might look like. The film delves into the microstructures of local political action and documents militant lives in resistance.

 

In an agribusiness-framed landscape, the encampment of the Landless Workers Movement becomes a refuge for agroecological growth, deep political reflection, and daily resilience against all weather conditions and political changes – such as the Brazilian president Jair Bolsonaro’s recent move to declare the landless as enemies of the nation, calling on landowners to take up arms to defend their property.

 

In dialogue with Katalin Erdődi, Camila Freitas will talk about the collaboration with MST and her artistic approach to documenting Brazil’s largest social movement, also sharing excerpts of her film.

 

Camila Freitas, filmmaker, Rio de Janeiro, BR

Katalin Erdődi, independent curator, activist of the Sezonieri campaign, Vienna

The Austrian premiere of Landless will take place on 30 October (6pm, Stadtkino) at the Viennale.

In cooperation with Sezonieri – Campaign for the rights of agricultural workers in Austria and UNDOK – Drop-in Center for Undocumented Workers.

With the kind support of the Academy of Fine Arts.

Neue Wege ins Feld

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Diskussion zur Kampagnen-Arbeit deutscher und österreichischer Gewerkschaften im Bereich migrantischer Erntearbeit

Mit Katharina Varelmann (PECO-Institut für nachhaltige Entwicklung e.V., Berlin), Sarah Kuschel (Fachreferentin für Forst und Agrar der IG BAU, Westfalen) und Aktivist*innen der sezonieri-Kampagne

Wann: Mi, 28. August 2019, 18 Uhr

Wo: Stand 129 (Viktor-Adler-Markt 129, 1100 Wien)

Mit der sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer*innen in Österreich betritt die österreichische Gewerkschaftsbewegung seit einigen Jahren Neuland. Initiiert 2014 von der Produktionsgewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Akteur*innen bemüht sich die Kampagne so um eine Erweiterung des gewerkschaftlichen Strategie- und Handlungsrepertoires. Im Rahmen sogenannter “Feldaktionen” etwa wird eine Form der aufsuchenden Arbeit praktiziert, um die überwiegend migrantischen Erntearbeiter*innen vor Ort über ihre Rechte zu informieren und sie bei der Durchsetzung dieser Rechte zu unterstützen. Mehrmals im Monat fahren Aktivist*innen dabei auf die Felder und Äcker des Tiroler Inntals, des Eferdinger Beckens, des Marchfelds oder des burgenländischen Seewinkels, um Infofolder zu verteilen und mit den Arbeiter*innen ins Gespräch zu kommen.

Auch in Deutschland hat die zuständige Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zusammen mit dem PECO-Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. sowie anderen Akteur*innen in den vergangenen Jahren vergleichbare Ansätze entwickelt. Seit dem Jahr 2018 wird zudem versucht, die regionalen Initiativen stärker bundesweit zu vernetzen und zur Spargel- und Erdbeersaison gemeinsame Aktionen durchzuführen. Darüber soll mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Zustände in der Landwirtschaft generiert werden. Vor allem jedoch geht es darum, Informationen gezielter zu den Erntearbeiter*innen zu bringen, um die Durchsetzung bestehender Rechte zu garantieren und damit verbundene gewerkschaftliche Organisierungsprozesse zu befördern.

Doch wie funktioniert das Format “Feldaktion” in Deutschland und wie die Zusammenarbeit zwischen den involvierten Akteur*innen? Inwiefern gelingt es, Erntearbeiter*innen zu erreichen und nachhaltige Vertrauensbeziehungen zu ihnen aufzubauen? Welche Erfolge etwa im Sinne von Arbeitskämpfen – auf betrieblicher Ebene oder vor dem Arbeits- und Sozialgericht – konnten erzielt werden? Und wo liegen die zentralen Hürden und Herausforderungen im Rahmen der Kampagne? Über diese und ähnliche Fragen wollen wir uns an diesem Abend mit Katharina Varelmann vom PECO-Institut und Sarah Kuschel von der IG BAU sowie mit Aktivist*innen der sezonieri-Kampagne austauschen.

Anschließend Plauderei, Snacks und Drinks mit migrating kitchen.

Eine Veranstaltung des UNDOK-Verbands zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender (www.undok.at) und der sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelfer*innen in Österreich (www.sezonieri.at).

Feldaktion in Tirol

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Am Samstag 13. Juli 2019 waren wir unterwegs auf landwirtschaftlich genutzten Feldern in Tirol mehrsprachiges Informationsmaterial verteilen.
Unterbezahlung, zu hohe Abzüge für Unterkunft und Nicht-Abgeltung von Sonderzahlungen-und zuschlägen, das sind häufige Missstände, wovon uns Erntearbeiter_innen aus der Ukraine, aus Rumänien, Polen und Bulgarien berichtet haben.
Wir kommen wieder.

Sezonieri-Workshop: „Wie fair ist dein Apfel?“ in Graz

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Im Rahmen der Ausstellung Make fruit fair im Grazer Botanischen Garten gestaltet Sónia Melo von der Sezonieri – Kampagne einen Workshop zu den Lebens-und Arbeitsbedingungen der Erntehelfer_innen in Österreich.

Wenn ich einen Apfel oder Wein aus Österreich kaufe, dann heißt das noch lange nicht, dass dieser unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurde. Der Workshop
zeigt gravierende Missstände, sowie Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten auf.

Mehr Infos hier.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Wann: 20.6.2019 | 18:00-20:00 Uhr
Wo: Botanischer Garten Graz, Schubertstraße 59
Veranstalter: Südwind Steiermark, Uni Graz

Saison ab! Feldaktion in Wien

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Am 22. Mai waren wir mit Foldern und Arbeitszeitkalendern in Simmering, Wien, unterwegs, um Kolleg*innen bei der Erntearbeit über ihre Rechte zu informieren. Wie läuft’s? Passt der Lohn? Daraufhin ein Erntearbeiter kopfschüttelnd lachend mit Blick auf die Tagespolitik: “Illegales überall, bei Strache, Ministern, in der Regierung…” Von Stundenlöhnen unter 5 Euro, 12-Stunden-Arbeitstagen sowie falschen oder oder gar gänzlich fehlenden Anmeldungen mussten wir wieder einmal hören.
Wir kommen wieder!

Um Erntearbeiter*innen über ihre Rechte aufzuklären und unsere rechtliche Unterstützung anzubieten, fahren wir regelmäßig auf landwirtschaftlich genutzten Felder in ganz Österreich. Um Hinweise, wo gerade Erntehelfer*innen arbeiten und/oder über Betriebe, wo der Verdacht auf ausbeuterische Verhältnisse besteht, freuen wir uns.
Ebenso über helfende Hände bei Verteilaktionen!
Kontaktiere uns unter sezonieri@gmx.at